Tesla Supercharger erreichen neue Auslastungsrekorde: Gleichzeitig gibt es weniger Wartezeiten

Tesla Supercharger erreichen neue Auslastungsrekorde: Gleichzeitig gibt es weniger Wartezeiten

Teslas Supercharger-Netzwerk wird stärker genutzt als je zuvor – gleichzeitig müssen offenbar immer weniger Fahrer auf einen freien Ladeplatz warten. Nach neuen Angaben des Tesla Charging Teams erreicht ein durchschnittlicher Supercharger-Stall inzwischen rund 9 bis 10 Ladevorgänge pro Tag.

Teslas Supercharger-Netzwerk wird stärker genutzt als je zuvor – gleichzeitig müssen offenbar immer weniger Fahrer auf einen freien Ladeplatz warten. Nach neuen Angaben des Tesla Charging Teams erreicht ein durchschnittlicher Supercharger-Stall inzwischen rund 9 bis 10 Ladevorgänge pro Tag.

Der Anteil der Ladevorgänge beziehungsweise Situationen mit wartenden Fahrzeugen liegt gleichzeitig nur noch bei etwa 0,3 bis 0,4 Prozent.

Tesla meldet neue Rekorde bei der Supercharger-Auslastung

Die beiden wichtigsten Kennzahlen zeigen eine interessante Entwicklung:

Kennzahl Aktueller Wert
Durchschnittliche Ladevorgänge pro Stall und Tag ca. 9–10
Anteil mit wartenden Fahrzeugen ca. 0,3–0,4 %
Rechnerische Ladevorgänge pro Stall und Jahr ca. 3.285–3.650

Tesla schafft es damit offenbar, die vorhandene Ladeinfrastruktur stärker auszulasten, ohne dass dies gleichzeitig zu mehr Warteschlangen führt.

Normalerweise wäre genau das zu erwarten: Je mehr Elektroautos dieselben Ladestationen nutzen, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass alle Ladepunkte gleichzeitig belegt sind.

Tesla scheint diesen Effekt zunehmend abzufedern.

9 bis 10 Ladevorgänge pro Supercharger-Stall und Tag

Besonders interessant ist die durchschnittliche Nutzung eines einzelnen Ladepunkts.

Tesla nennt ungefähr:

9 bis 10 Ladevorgänge pro Stall und Tag.

Hochgerechnet auf ein Jahr entspricht das theoretisch etwa:

3.285 bis 3.650 Ladevorgängen pro Ladepunkt.

Ein Standort mit beispielsweise 12 Supercharger-Stalls könnte bei einer vergleichbaren durchschnittlichen Auslastung damit etwa 108 bis 120 Ladevorgänge pro Tag abwickeln.

Bei einem Standort mit 20 Ladepunkten wären es bereits ungefähr 180 bis 200 Ladevorgänge täglich.

Dabei handelt es sich um vereinfachte Hochrechnungen auf Basis des genannten Durchschnittswerts. Die tatsächliche Nutzung einzelner Standorte kann erheblich davon abweichen.

Gleichzeitig warten nur sehr wenige Fahrer

Noch interessanter wird die Entwicklung durch die zweite Kennzahl.

Tesla gibt den Anteil der „Waiters“ mit nur noch ungefähr:

0,3 bis 0,4 Prozent

an.

Damit befindet sich diese Kennzahl laut Tesla auf einem neuen Tiefstand.

Die Kombination aus steigender Nutzung und sinkenden Wartezeiten ist für ein Schnellladenetz besonders relevant.

Tesla wickelt mehr Ladevorgänge über die vorhandene Infrastruktur ab, während Überlastung offenbar gleichzeitig seltener auftritt.

Warum hohe Auslastung und niedrige Wartezeiten kein Widerspruch sein müssen

Auf den ersten Blick wirken die beiden Zahlen widersprüchlich.

Wenn mehr Fahrzeuge laden, müsste es eigentlich häufiger zu Warteschlangen kommen.

Entscheidend ist jedoch nicht nur die Gesamtzahl der Ladevorgänge.

Wichtig ist auch, wann und wo diese stattfinden.

Eine Ladestation kann beispielsweise 200 Fahrzeuge am Tag bedienen und trotzdem kaum Wartezeiten verursachen, wenn sich diese Ladevorgänge relativ gleichmäßig über den Tag verteilen.

Problematisch wird es dagegen, wenn ein großer Teil der Fahrzeuge innerhalb eines kurzen Zeitfensters eintrifft.

Tesla muss deshalb nicht nur die Zahl seiner Ladepunkte erhöhen, sondern auch Lastspitzen besser verteilen.

Navigation kann Fahrzeuge auf verschiedene Standorte verteilen

Hier besitzt Tesla einen strukturellen Vorteil.

Supercharger und Fahrzeugnavigation sind eng miteinander verbunden.

Ein Tesla kennt verfügbare Supercharger entlang der Route und kann Fahrer gezielt zu geeigneten Standorten navigieren.

Dabei können Informationen über die aktuelle Auslastung berücksichtigt werden.

Wenn mehrere Supercharger entlang einer Route verfügbar sind, kann die Fahrzeugsoftware dabei helfen, den Verkehr besser auf die Infrastruktur zu verteilen.

Das reduziert das Risiko, dass ein Standort überlastet ist, während wenige Kilometer entfernt Ladepunkte ungenutzt bleiben.

Mehr Supercharger-Standorte reduzieren lokale Engpässe

Der offensichtlichste Faktor bleibt allerdings der Ausbau des Netzwerks.

Je mehr Standorte und Ladepunkte Tesla installiert, desto besser lässt sich die steigende Nachfrage verteilen.

Besonders wichtig sind dabei stark frequentierte Autobahnkorridore und Ballungsräume.

Anstatt ausschließlich kleinere Standorte zu errichten, setzt Tesla zunehmend auch auf größere Ladeparks.

Solche Standorte können kurzfristige Nachfragespitzen wesentlich besser aufnehmen.

Schnellere Ladevorgänge erhöhen die Kapazität bestehender Standorte

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Aufenthaltsdauer pro Fahrzeug.

Ein Supercharger-Stall kann nur von einem Fahrzeug gleichzeitig genutzt werden.

Benötigt ein durchschnittlicher Ladevorgang beispielsweise 30 Minuten, kann derselbe Ladepunkt innerhalb eines bestimmten Zeitraums weniger Fahrzeuge bedienen als bei einer durchschnittlichen Belegung von 20 Minuten.

Jede Reduzierung der durchschnittlichen Ladezeit erhöht deshalb die theoretische Kapazität des gesamten Netzwerks.

Dazu tragen mehrere Entwicklungen bei:

höhere Ladeleistungen, bessere Batterievorkonditionierung, optimierte Ladekurven und Fahrzeuge mit schnellerer Ladehardware.

Auch die zunehmende Verbreitung neuer Supercharger-Generationen kann die Abfertigung weiter verbessern.

Die Batterievorkonditionierung spielt eine wichtige Rolle

Tesla kann die Batterie bereits vor der Ankunft am Supercharger auf eine geeignete Temperatur bringen.

Wird ein Supercharger als Navigationsziel ausgewählt, kann das Fahrzeug die Batterie entsprechend vorkonditionieren.

Dadurch steht bei der Ankunft unter geeigneten Bedingungen schneller eine hohe Ladeleistung zur Verfügung.

Das reduziert nicht nur die Ladezeit für den einzelnen Fahrer.

Es erhöht gleichzeitig die Zahl der Fahrzeuge, die ein Supercharger-Stall innerhalb eines Tages bedienen kann.

Bei Tausenden Ladepunkten können bereits wenige Minuten Zeitersparnis pro Ladevorgang einen erheblichen Unterschied machen.

10 Ladevorgänge pro Tag bedeuten nicht, dass ein Stall permanent belegt ist

Die Zahl von 9 bis 10 Ladevorgängen sollte außerdem nicht mit einer dauerhaften Auslastung verwechselt werden.

Ein Beispiel:

Bei zehn Ladevorgängen mit jeweils durchschnittlich 25 Minuten Belegung wäre ein Stall insgesamt etwa:

250 Minuten beziehungsweise rund 4 Stunden und 10 Minuten pro Tag

aktiv belegt.

Das entspräche über 24 Stunden rechnerisch nur rund 17 Prozent der gesamten Tageszeit.

Die tatsächliche Situation ist natürlich komplexer, weil sich die Nachfrage nicht gleichmäßig über 24 Stunden verteilt.

In der Nacht können viele Ladepunkte praktisch ungenutzt sein, während sie zu Reisezeiten deutlich stärker ausgelastet werden.

Genau deshalb sind Spitzenzeiten für die Planung wichtiger als reine Tagesdurchschnitte.

Niedrige Wartequote ist deshalb besonders aussagekräftig

Eine hohe durchschnittliche Zahl von Ladevorgängen ist wirtschaftlich positiv.

Für den Kunden ist allerdings eine andere Kennzahl wichtiger:

Wie wahrscheinlich ist es, dass bei der Ankunft kein Ladepunkt frei ist?

Mit rund 0,3 bis 0,4 Prozent liegt Teslas aktuelle Waiter-Kennzahl auf einem sehr niedrigen Niveau.

Das deutet darauf hin, dass die steigende Nutzung bislang nicht proportional zu mehr Überlastung führt.

Supercharger-Auslastung wird wirtschaftlich immer wichtiger

Für Tesla besitzt eine höhere Auslastung auch eine wirtschaftliche Bedeutung.

Ein Ladepunkt verursacht unabhängig von seiner Nutzung Kosten.

Dazu gehören unter anderem:

Installation, Netzanschluss, Grundstück beziehungsweise Standortkosten, Leistungselektronik, Wartung und laufender Betrieb.

Wird ein Ladepunkt nur selten genutzt, verteilen sich diese Kosten auf wenige Ladevorgänge.

Bei höherer Auslastung kann dieselbe Infrastruktur wesentlich mehr Energie verkaufen.

Aus wirtschaftlicher Sicht ist deshalb eine möglichst hohe Auslastung wünschenswert – solange dadurch keine problematischen Wartezeiten entstehen.

Genau hier liegt die schwierige Balance

Ein Schnellladenetz muss zwei Ziele gleichzeitig erreichen.

Aus Betreibersicht sollte ein Ladepunkt möglichst häufig genutzt werden.

Aus Kundensicht sollte bei der Ankunft möglichst immer ein freier Ladepunkt vorhanden sein.

Diese Ziele widersprechen sich teilweise.

Eine sehr geringe Auslastung bedeutet hervorragende Verfügbarkeit, aber schlechte Wirtschaftlichkeit.

Eine nahezu vollständige Auslastung wäre wirtschaftlich attraktiv, würde jedoch regelmäßig zu Warteschlangen führen.

Die aktuellen Tesla-Zahlen sind deshalb besonders interessant.

9 bis 10 Ladevorgänge pro Stall und Tag bei gleichzeitig nur rund 0,3 bis 0,4 Prozent Waiters deuten auf eine zunehmend effiziente Nutzung der Infrastruktur hin.

Öffnung für andere Elektroautos erhöht die Anforderungen

Hinzu kommt ein weiterer Faktor.

Das Supercharger-Netzwerk ist längst nicht mehr ausschließlich für Tesla-Fahrzeuge relevant.

In zahlreichen Märkten können auch Elektroautos anderer Hersteller ausgewählte Supercharger nutzen.

Damit steigt der potenzielle Kundenkreis erheblich.

Für Tesla bedeutet dies zusätzliche Ladeumsätze.

Gleichzeitig erhöht sich aber auch die Nachfrage an bestehenden Standorten.

Dass die Wartequote trotz einer stärkeren Nutzung niedrig bleibt, ist deshalb für die weitere Öffnung des Supercharger-Netzwerks besonders wichtig.

Software wird zum entscheidenden Bestandteil des Ladenetzes

Tesla betrachtet Supercharger zunehmend nicht nur als einzelne Ladesäulen.

Fahrzeug, Navigation, Batterie und Ladeinfrastruktur arbeiten zusammen.

Das Fahrzeug kennt den Ladezustand.

Die Navigation kennt die geplante Route.

Tesla kennt die Supercharger-Standorte.

Das System kann die Batterie vorkonditionieren.

Aktuelle Softwareversionen erweitern außerdem die Darstellung der Ladeinfrastruktur.

Mit Tesla 2026.38 wurden beispielsweise detailliertere Supercharger Site Maps für ausgewählte Standorte eingeführt.

Dadurch wird die physische Ladeinfrastruktur zunehmend durch Software optimiert.

Auch kleine Verbesserungen skalieren über das gesamte Netzwerk

Bei einem einzelnen Ladepunkt erscheint eine Optimierung von wenigen Minuten möglicherweise unbedeutend.

Auf ein globales Schnellladenetz übertragen verändert sich die Situation.

Wenn ein Standort durch bessere Ladeplanung täglich beispielsweise nur einige zusätzliche Fahrzeuge bedienen kann, entsteht über Tausende Standorte eine erhebliche zusätzliche Kapazität.

Genau deshalb sind Softwareoptimierungen für Tesla so wichtig.

Nicht jede Kapazitätserhöhung erfordert zwangsläufig den Bau eines zusätzlichen Ladepunkts.

Ein Teil kann durch bessere Nutzung der vorhandenen Infrastruktur entstehen.

Analyse: Teslas wichtigste Kennzahl ist nicht nur die Zahl der Supercharger

Beim Vergleich von Schnellladenetzen wird häufig hauptsächlich die Zahl der Ladepunkte betrachtet.

Diese Kennzahl allein sagt jedoch wenig darüber aus, wie effizient ein Netzwerk funktioniert.

Ein Ladepunkt, der täglich zehn Fahrzeuge bedient, besitzt eine völlig andere Bedeutung als ein Ladepunkt mit zwei Ladevorgängen.

Gleichzeitig wäre eine extrem hohe Nutzung problematisch, wenn Fahrer regelmäßig warten müssten.

Die Kombination der beiden neuen Tesla-Kennzahlen ist deshalb wesentlich aussagekräftiger:

Die Nutzung pro Ladepunkt steigt auf ein Rekordniveau.

Gleichzeitig:

sinkt der Anteil wartender Fahrer auf ein Rekordtief.

Genau diese Kombination ist für die Skalierung eines Schnellladenetzes entscheidend.

Supercharger werden zu einer immer wichtigeren Tesla-Infrastruktur

Mit steigenden Elektroauto-Beständen wächst die Bedeutung öffentlicher Schnellladeinfrastruktur weiter.

Tesla besitzt dabei den Vorteil, Fahrzeuge, Software und Ladeinfrastruktur gemeinsam entwickeln zu können.

Neue Fahrzeuge können schneller laden.

Software kann die Batterie besser vorbereiten.

Navigation kann Fahrer auf unterschiedliche Standorte verteilen.

Supercharger können größer und leistungsfähiger werden.

Diese einzelnen Verbesserungen greifen ineinander.

Das Ergebnis lässt sich nun möglicherweise in den aktuellen Nutzungszahlen erkennen.

Fazit: Mehr Supercharger-Nutzung bei gleichzeitig weniger Wartezeiten

Das Tesla Charging Team meldet neue Höchstwerte bei der Nutzung des Supercharger-Netzwerks.

Ein einzelner Supercharger-Stall kommt inzwischen durchschnittlich auf ungefähr:

9 bis 10 Ladevorgänge pro Tag.

Gleichzeitig liegt der Anteil der „Waiters“ nur noch bei etwa:

0,3 bis 0,4 Prozent.

Damit erreicht Tesla zwei Ziele gleichzeitig, die sich normalerweise nur schwer miteinander verbinden lassen: eine höhere Nutzung der vorhandenen Infrastruktur und eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit von Warteschlangen.

Besonders wichtig dürfte dabei die Kombination aus Netzausbau, größeren Standorten, schnellerem Laden, Batterievorkonditionierung und softwaregestützter Verteilung der Fahrzeuge sein.

Für Tesla ist diese Entwicklung auch wirtschaftlich relevant. Je mehr Ladevorgänge ein einzelner Stall abwickeln kann, ohne dass die Servicequalität darunter leidet, desto effizienter wird die vorhandene Ladeinfrastruktur genutzt.

Mit weiter steigenden Elektroauto-Zahlen und der Öffnung des Supercharger-Netzwerks für Fahrzeuge anderer Hersteller wird genau diese Fähigkeit in Zukunft noch wichtiger werden.

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