Das Model S ist tot! Ein Nachruf
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Hier gibt's alles was du zum Ende des Model S und X wissen musst. Der folgende humoristische Nachruf beschäftigt sich mit der Vergangenheit des Model S.
Das Tesla Model S ist das Auto, das der Welt bewies, dass man keinen explodierendes dreckiges Öl braucht, um Spaß zu haben, und das gleichzeitig die gesamte deutsche Automobilindustrie in eine existenzielle Krise stürzte. In diesem Nachruf verneigen wir uns vor dem Fahrzeug, das heute – obwohl es immer noch gebaut wird – bereits den Status einer Legende erreicht hat, während es im Schatten seiner massentauglichen Geschwister Model 3 und Model Y langsam zum exzentrischen Professor der Elektro-Familie reift.
Man muss sich kurz zurückerinnern: Das Jahr 2012. Die Welt dachte, Elektroautos seien etwas für Leute, die ihre Kleidung aus Hanf selbst klöppeln und freiwillig auf Heizung verzichten, um 500 Meter weiter zu kommen. Ein Elektroauto war damals entweder ein glorifizierter Golf-Caddy oder ein Experiment, das aussah wie ein geschmolzener Turnschuh.
Und dann kam das Model S. Es war groß, es war elegant und es sah aus wie ein echtes Auto. Nur dass es keinen Kühlergrill hatte (dafür aber eine „Nase“, die an einen sehr glatten Delfin erinnerte). Es war der Moment, in dem die Welt kollektiv den Atem anhielt und die Ingenieure in Stuttgart, München und Ingolstadt ihre Weißwürste und Leberkäsesemmeln fallen ließen. „Das kann nicht funktionieren“, sagten sie. „Was sind das für Spaltmaße? Wo ist das Leder von handgestreichelten Hochlandrindern?“. Tesla antwortete: „Hier ist der 17-Zoll-Bildschirm des Model S. Sucht die Knöpfe doch im Menü.“
Wenn du heute in ein Model S steigst, denkst du: „Schick, ein großer Bildschirm.“ Aber 2012 war dieser Monitor im Hochformat nichts Geringeres als eine digitale Kriegserklärung. Während andere Hersteller stolz darauf waren, dass ihr Navigationssystem CD-ROMs in weniger als 30 Sekunden lesen konnte, bot das Tesla Model S hochauflösende Karten und einen Internetbrowser an. Man konnte zwar keine Flash-Videos schauen (Gott bewahre!), aber man konnte sich wie Captain Kirk fühlen.
Und dann waren da die Over-the-Air-Updates. Ein Konzept, das die traditionelle Industrie bis ins Mark erschütterte. Stell dir vor, du kaufst ein Auto und zwei Wochen später kann es plötzlich von alleine einparken oder beschleunigt schneller, nur weil jemand in Kalifornien ein paar Zeilen Code geschrieben hat. Für traditionelle Autokäufer war das Hexerei. Für Tesla-Fahrer war es der Grund, warum sie jeden Morgen hoffnungsvoll auf ihr Display starrten, ob ein neues Easter Egg (wie ein virtueller Kamin oder der Furzkissen-Modus) aufgespielt wurde.
Nichts am Model S war so unterhaltsam wie das Gesicht eines Porsche- oder Ferrari-Fahrers, der an der Ampel neben einer lautlosen Familienlimousine stand. In den frühen Tagen gab es den P85D, dann den P100D mit dem „Ludicrous Mode“. Der Name war Programm.
Wenn du das erste Mal den „Start“ im Model S erlebt hast, war das kein normales Losfahren. Es war ein physikalischer Übergriff auf deinen Nacken. Während der Verbrenner nebenan noch mühsam runterschaltete und Drehmoment aufbaute, war das Model S bereits auf der anderen Seite der Kreuzung und plante seinen nächsten Urlaub. Das Model S machte Beschleunigung zu einem demokratischen Gut – jeder, der genug Kleingeld für die Leasingrate des Model S hatte, konnte nun G-Kräfte erleben, für die man früher eine Pilotenausbildung brauchte.
Erinnerst du dich an die Zeit, als das Model S sieben Sitze hatte? Nein, nicht als SUV. Als Limousine! Es gab diese rückwärtsgerichteten Notsitze im Kofferraum. Kinder liebten sie (man konnte den Leuten im Auto dahinter Grimassen schneiden), Eltern liebten sie weniger (wenn die Sonne direkt auf die Köpfe der Kleinen knallte), aber es war ein Beweis dafür, dass Tesla keine Regeln kannte.
Und dann der Frunk. Ein Kofferraum vorne, weil da kein klobiger Motor im Weg war. Es war der perfekte Ort, um Pizzas zu transportieren, damit das Auto innen nicht nach Salami riecht, oder um Passanten zu verwirren, wenn man dort seine Einkäufe verstaute. „Haben Sie den Motor verloren?“, war ein Standardwitz, den jeder Model-S-Besitzer mindestens einmal pro Woche hörte.
Tesla wusste: Ein geiles Auto bringt nichts, wenn du nach 300 Kilometern drei Tage an einer Schukosteckdose hängen musst. Also bauten sie die Supercharger. In den Anfangsjahren war das Laden für Model-S-Besitzer oft „Free for Life“. Man fuhr nicht mehr von A nach B, man plante sein Leben um Supercharger herum. Man traf Gleichgesinnte, tauschte Tipps über die neuesten Software-Versionen aus und lachte gemeinsam über die Ionity-Preise der Zukunft.
Heute muss sich das Model S gegen eine neue Garde behaupten. Es ist nicht mehr der einzige Fisch im Teich, aber es ist immer noch der Hai, der weiß, wie man zubeißt.
Das Model S Plaid ist die finale Form dieses Wahnsinns. Über 1.000 PS in einer Limousine, die aussieht, als würde sie gerade vom Wocheneinkauf kommen. Es ist der ultimative "Sleeper".
Ein ehrlicher Nachruf muss auch die Schattenseiten erwähnen. Wir erinnern uns an die ausfahrenden Türgriffe, die manchmal beschlossen, dass sie heute keine Lust auf Fahrgäste haben. Wir erinnern uns an das „Yellow Screen“-Phänomen des Model S, bei dem das Display einen gelben Rand bekam, als hätte es zu viel Zeit im Solarium verbracht. Und ja, wir erinnern uns an Spaltmaße, vor allem zu Beginn, durch die man manchmal ein ganzes Baguette schieben konnte.
Aber weißt du was? Es war uns egal. Denn das Model S hatte Charakter. Es war kein seelenloses Produkt aus einem hundertjährigen Optimierungsprozess, sondern ein wildes Stück Technik, das uns jeden Tag das Gefühl gab, in der Zukunft zu leben.
Wenn wir heute Abschied nehmen, dann von der Vormachtstellung des Model S. Es ist nicht mehr das meistverkaufte Elektroauto – diesen Titel haben Model 3 und Model Y übernommen. Aber das Model S bleibt das Herzstück. Es ist das Auto, das bewiesen hat, dass Tesla überleben kann.
Ohne das Model S gäbe es keine Ladeinfrastruktur, keinen Hype um die Elektromobilität und wahrscheinlich würden wir heute alle noch in Diesel-Limousinen sitzen und uns über die Spritpreise ärgern, während wir auf das nächste Software-Update für unser fest verbautes Navi warten (das nie kommen wird).
Das Model S ist der Großvater, der immer noch ins Fitnessstudio geht und mehr Bankdrücken schafft als seine Enkel. Es ist elegant gealtert und sieht auch heute noch neben einem brandneuen Audi e-tron oder Mercedes EQS unverschämt gut aus. Es ist minimalistisch, effizient und verdammt schnell.
Wenn du ein Model S besitzt, jemals besessen hast oder bei einem mitgefahren bist, weißt du, wovon ich rede. Dieses Gefühl, wenn man auf der Autobahnauffahrt das Pedal durchdrückt und die Welt um einen herum einfach stehen bleibt. Dieses lautlose Gleiten, das mehr Luxus ausstrahlt als jeder V12-Motor.
Das Model S hat seinen Job erledigt. Es hat die Welt verändert. Es hat uns gezeigt, dass die Zukunft nicht nur sauber, sondern auch verdammt spaßig ist. Auch wenn es in den Verkaufszahlen nach hinten rückt, in unseren Herzen (und in den Geschichtsbüchern der Mobilität) wird es immer die Nummer eins bleiben.
Ruhe in Frieden, alte Vormachtstellung. Lang lebe die Legende.
Das Tesla Model S hat eine Ära geprägt und den Grundstein für die Elektromobilität gelegt, wie wir sie heute kennen. Auch wenn wir Abschied von gewissen Kapiteln seiner Geschichte nehmen, bleibt die Faszination für dieses wegweisende Fahrzeug ungebrochen.
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Lass uns gemeinsam dafür sorgen, dass das Erbe des Model S noch lange auf den Straßen weiterlebt.