Tesla baut die internationale Verfügbarkeit von Full Self-Driving (Supervised) deutlich aus. Ende September 2026 ist das Fahrerassistenzsystem in 16 Märkten auf vier Kontinenten verfügbar beziehungsweise regulatorisch für den Rollout freigegeben.
Besonders schnell wächst die Zahl der europäischen Länder: Mittlerweile haben acht europäische Staaten FSD (Supervised) zugelassen. Eine einheitliche EU-weite Entscheidung steht allerdings weiterhin aus.

Tesla FSD (Supervised): 16 Märkte im Überblick
Die aktuelle internationale Verbreitung umfasst Nordamerika, Europa, Asien und Ozeanien.
| Region | Länder/Märkte |
|---|---|
| Nordamerika | USA, Kanada, Mexiko, Puerto Rico |
| Europa | Niederlande, Litauen, Estland, Dänemark, Belgien, Slowenien, Tschechien, Kroatien |
| Asien | China, Südkorea |
| Ozeanien | Australien, Neuseeland |
China stellt dabei einen Sonderfall dar, da FSD (Supervised) dort bislang nur eingeschränkt ausgerollt wurde.
Bei den jüngsten europäischen Märkten muss außerdem zwischen regulatorischer Freigabe und tatsächlicher Softwareverteilung unterschieden werden. Kroatien hat FSD (Supervised) beispielsweise inzwischen genehmigt; Tesla kündigte anschließend an, den Rollout dort in Kürze zu beginnen.
Europa wächst 2026 besonders schnell
Die Entwicklung in Europa ist bemerkenswert. Noch zu Beginn des Jahres war FSD (Supervised) hier nicht regulär für Tesla-Kunden verfügbar.
Der entscheidende Schritt erfolgte am 10. April 2026 in den Niederlanden.
Die niederländische Zulassungsbehörde RDW erteilte Tesla eine zunächst auf die Niederlande beschränkte Typgenehmigung. Nach Angaben der Behörde war das System zuvor mehr als eineinhalb Jahre auf Teststrecken und öffentlichen Straßen untersucht worden.
Danach folgten weitere europäische Länder.
Litauen und Estland kamen im Mai hinzu, Dänemark und Belgien im Juni. Im September folgten Slowenien, Tschechien und zuletzt Kroatien. Damit haben inzwischen acht europäische Staaten den Weg für FSD (Supervised) freigemacht.
Diese acht europäischen Länder haben FSD freigegeben
Aktuell umfasst die europäische Liste:
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Niederlande
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Litauen
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Estland
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Dänemark
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Belgien
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Slowenien
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Tschechien
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Kroatien
Dänemarks Verkehrsbehörde bestätigte beispielsweise am 9. Juni offiziell, dass FSD (Supervised) im Land genutzt werden darf. Gleichzeitig stellte die Behörde klar, dass es sich zunächst um eine vorläufige Genehmigung handelt, solange die EU-weite Zulassung noch nicht abgeschlossen ist.
Kroatien ist der jüngste Neuzugang. Tesla bestätigte am 29. September 2026 die dortige Freigabe und kündigte einen baldigen Rollout an.
Deutschland fehlt weiterhin
Auffällig ist, dass einige der größten europäischen Automärkte weiterhin fehlen.
Dazu gehört insbesondere Deutschland. Auch eine einheitliche Freigabe für sämtliche EU-Mitgliedstaaten existiert bislang nicht.
Die niederländische Genehmigung gilt zunächst nicht automatisch EU-weit. Die RDW erklärt, dass für eine europaweite Gültigkeit weitere Schritte notwendig sind: Der Antrag muss über die Europäische Kommission behandelt werden und die Mitgliedstaaten müssen darüber abstimmen.
Eine ursprünglich für Oktober erwartete EU-Entscheidung wurde inzwischen verschoben. Nach aktuellem Stand soll das Thema frühestens im Dezember 2026 wieder zur Entscheidung stehen.
Warum Deutschland bei FSD noch wartet
Deutschland gehört zu den Ländern, in denen die Funktionen von FSD (Supervised) weiterhin intensiv diskutiert werden.
Dabei stehen insbesondere die Einhaltung von Verkehrsregeln und das Verhalten des Systems bei Geschwindigkeitsbegrenzungen im Mittelpunkt.
Der European Transport Safety Council kritisiert beispielsweise die sogenannte Speed-Offset-Funktion. Diese kann eine Geschwindigkeit von bis zu 50 Prozent oberhalb eines erkannten Tempolimits ermöglichen. Die niederländische Zulassung umfasst diese umstrittene Funktion allerdings nicht.
Zusätzlich sorgte ein Test einer belgischen Verkehrssicherheitsorganisation für Diskussionen. Bei einem dreitägigen Test über rund 400 Kilometer wurden unter anderem falsch dargestellte Geschwindigkeitsbegrenzungen und problematische Überholsituationen beobachtet. Die Ergebnisse eines solchen begrenzten Tests sind allerdings nicht mit einer umfassenden behördlichen Sicherheitsbewertung gleichzusetzen.
FSD bedeutet weiterhin nicht autonomes Fahren
Ein wichtiger Punkt geht bei der Diskussion um die Bezeichnung „Full Self-Driving“ schnell verloren.
FSD (Supervised) ist kein vollständig autonomes Fahrsystem.
Die niederländische RDW bezeichnet FSD ausdrücklich als fahrergesteuertes Assistenzsystem. Der Fahrer bleibt verantwortlich, muss das System überwachen und jederzeit die Kontrolle über das Fahrzeug behalten können.
Das gilt auch in den europäischen Ländern, in denen die Nutzung bereits erlaubt wurde.
FSD kann zahlreiche Fahraufgaben unterstützen, entbindet den Fahrer aber nicht von seiner Verantwortung.
Europa wird für Tesla zunehmend wichtig
Die internationale Verteilung zeigt gleichzeitig eine deutliche Veränderung gegenüber den vergangenen Jahren.
FSD war lange vor allem ein nordamerikanisches Produkt. 2026 hat sich die Situation insbesondere in Europa verändert.
Von den aktuell 16 Märkten entfallen mittlerweile acht auf Europa. Damit stellt Europa inzwischen die Hälfte der Länder beziehungsweise Märkte auf der aktuellen FSD-Liste.
Für Tesla ist die Entwicklung strategisch wichtig, weil eine EU-weite Genehmigung den Zugang zu einem erheblich größeren Fahrzeugbestand ermöglichen könnte.
Europa nutzt eine eigene FSD-Version
Interessant ist außerdem, dass die europäische FSD-Version nicht einfach identisch mit der amerikanischen Software ist.
Die RDW weist ausdrücklich darauf hin, dass Tesla-Fahrzeuge in Europa andere Softwareversionen und teilweise andere Funktionen verwenden als Fahrzeuge in den USA. Die amerikanische und europäische FSD-Version können deshalb nicht eins zu eins miteinander verglichen werden.
Das ist insbesondere bei Videos aus den USA wichtig: Eine dort gezeigte Funktion muss nicht automatisch Bestandteil der europäischen Version sein.
Tesla muss seine Software an die jeweiligen regulatorischen Anforderungen anpassen.
Welche Hardware benötigt Tesla FSD in Europa?
Bei den bisherigen europäischen Einführungen spielt auch die verbaute Autopilot-Hardware eine wichtige Rolle.
Die bisherigen europäischen Rollouts konzentrieren sich auf Fahrzeuge mit Hardware 4 beziehungsweise AI4. Bei den jüngsten europäischen Freigaben wird ebenfalls HW4 als unterstützte Hardware genannt.
Für Besitzer älterer Tesla-Fahrzeuge mit HW3 ist deshalb besonders interessant, wie Tesla die bereits entwickelte beziehungsweise angekündigte abgespeckte FSD-Version für diese Hardware international einsetzen wird.
Eine regulatorische Freigabe eines Landes bedeutet daher nicht zwangsläufig, dass unmittelbar jeder dort zugelassene Tesla FSD nutzen kann.
Tesla FSD: Von Nordamerika nach Europa
Die internationale Entwicklung lässt sich inzwischen klar erkennen.
Tesla startete FSD zunächst in Nordamerika und weitete das System anschließend auf weitere Märkte aus. Australien und Neuseeland kamen hinzu, ebenso Südkorea. In China existiert weiterhin eine eingeschränkte Version.
2026 ist nun vor allem Europa zum Wachstumsschwerpunkt geworden.
Mit Kroatien wurde innerhalb weniger Monate bereits der achte europäische Markt freigegeben.
Analyse
Die Zahl von 16 Märkten zeigt, wie stark Tesla die internationale Expansion von FSD (Supervised) inzwischen vorantreibt.
Für Europa bleibt die entscheidende Frage allerdings nicht, ob noch ein oder zwei weitere Länder eine nationale beziehungsweise vorläufige Nutzung ermöglichen.
Der wesentlich größere Schritt wäre eine EU-weite Anerkennung.
Damit könnte die Genehmigung grundsätzlich auf sämtliche Mitgliedstaaten ausgeweitet werden, sofern das Verfahren erfolgreich abgeschlossen wird. Die RDW beschreibt ausdrücklich, dass die derzeitige niederländische Genehmigung erst nach den notwendigen europäischen Verfahrensschritten EU-weit gültig werden könnte.
Gleichzeitig zeigen die aktuellen Diskussionen über Geschwindigkeitsregelung und andere Funktionen, dass die regulatorische Prüfung noch nicht abgeschlossen ist.
Der nächste wichtige Zeitpunkt ist deshalb Dezember 2026, nachdem die zuvor für Oktober erwartete Entscheidung verschoben wurde.
Fazit
Tesla FSD (Supervised) hat 2026 einen großen Schritt bei seiner internationalen Verbreitung gemacht. Das System ist inzwischen in 16 Märkten auf vier Kontinenten verfügbar beziehungsweise für den Rollout zugelassen.
Besonders stark ist die Entwicklung in Europa. Niederlande, Litauen, Estland, Dänemark, Belgien, Slowenien, Tschechien und Kroatien haben FSD (Supervised) inzwischen freigegeben.
Deutschland gehört bislang nicht dazu.
Für deutsche Tesla-Fahrer bleibt deshalb vor allem die geplante EU-Entscheidung interessant. Nachdem der ursprünglich erwartete Termin im Oktober verschoben wurde, könnte Dezember 2026 zum nächsten entscheidenden Zeitpunkt für die weitere europäische FSD-Einführung werden.
Unabhängig von der weiteren Expansion bleibt FSD (Supervised) ein Fahrerassistenzsystem: Der Fahrer trägt weiterhin die Verantwortung und muss das Fahrzeug sowie das System permanent überwachen.
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