Tesla Roadster: Neues Patent zeigt aktives Lüftersystem für extremen Abtrieb

Tesla Roadster: Neues Patent zeigt aktives Lüftersystem für extremen Abtrieb

Ein neues Tesla-Patent liefert möglicherweise weitere Hinweise auf die Technik des kommenden Tesla Roadster. Beschrieben wird ein aktives Aerodynamiksystem mit elektrisch angetriebenen Kanalventilatoren, sogenannten Electric Ducted Fans.

Ein neues Tesla-Patent liefert möglicherweise weitere Hinweise auf die Technik des kommenden Tesla Roadster. Beschrieben wird ein aktives Aerodynamiksystem mit elektrisch angetriebenen Kanalventilatoren, sogenannten Electric Ducted Fans.

Diese sollen Luft unter dem Fahrzeug ansaugen und gezielt nach hinten leiten, um zusätzlichen Abtrieb zu erzeugen. Das Konzept könnte Grip und Fahrstabilität erhöhen – allerdings ist bislang nicht bestätigt, dass Tesla die patentierte Technik tatsächlich im Serien-Roadster einsetzen wird.

Tesla entwickelt aktives Fan-System für Fahrzeuge

Das neue Patent beschreibt ein System, bei dem elektrisch betriebene Ventilatoren aktiv in die Aerodynamik des Fahrzeugs eingreifen.

Anders als klassische Spoiler oder Diffusoren wäre die erzeugte aerodynamische Wirkung damit nicht ausschließlich von der Geschwindigkeit des Fahrzeugs abhängig.

Das grundlegende Prinzip:

  • Luft wird über eine Öffnung am Unterboden angesaugt.

  • Elektrische Ventilatoren beschleunigen den Luftstrom.

  • Die Luft wird durch einen Diffusor geführt.

  • Anschließend verlässt sie das System über Öffnungen am Fahrzeugheck.

  • Die Ventilatoren werden über die Hochvoltbatterie des Elektroautos mit Energie versorgt.

  • Die Leistung des Systems kann abhängig von der jeweiligen Fahrsituation gesteuert werden.

Das Ziel ist zusätzlicher Abtrieb und damit eine höhere mögliche Bodenhaftung.

So funktioniert das Tesla-Patent

Bei konventioneller Aerodynamik nimmt die Wirkung von Spoilern und Diffusoren grundsätzlich mit der Geschwindigkeit zu. Bei niedrigen Geschwindigkeiten steht entsprechend weniger Luftströmung zur Verfügung.

Ein aktives Ventilatorsystem kann dieses Prinzip verändern.

Die Lüfter erzeugen selbst einen Luftstrom und können dadurch den Druck unter dem Fahrzeug beeinflussen. Ein niedrigerer Druck unter dem Fahrzeug gegenüber der Oberseite erzeugt eine Kraft in Richtung Fahrbahn.

Das Fahrzeug wird dadurch stärker auf die Straße gedrückt.

Genau dieses Prinzip könnte für einen Hochleistungssportwagen wie den kommenden Tesla Roadster interessant sein.

Mehr Grip bereits bei niedriger Geschwindigkeit

Der große Vorteil eines solchen Systems liegt darin, dass der zusätzliche Abtrieb nicht ausschließlich aus der Geschwindigkeit des Fahrzeugs entsteht.

Bei einem klassischen Supersportwagen entfalten Flügel, Unterboden und Diffusor ihre maximale Wirkung vor allem bei hohen Geschwindigkeiten.

Elektrisch betriebene Ventilatoren könnten dagegen bereits bei wesentlich niedrigeren Geschwindigkeiten einen Unterdruck unter dem Fahrzeug erzeugen.

Das könnte insbesondere bei drei Bereichen Vorteile bringen:

Beschleunigung: Mehr Anpressdruck kann die verfügbare Traktion der Reifen erhöhen.

Kurvenfahrt: Zusätzlicher Abtrieb kann höhere Seitenführungskräfte ermöglichen.

Stabilität: Das Fahrzeug kann abhängig von Geschwindigkeit und Fahrsituation gezielt aerodynamisch stabilisiert werden.

Wie groß diese Effekte bei einem möglichen Serienfahrzeug tatsächlich wären, lässt sich aus einem Patent allein allerdings nicht ableiten.

Steuerung abhängig von der Fahrsituation

Besonders interessant ist die aktive Steuerung des Systems.

Die Lüfter müssen nicht permanent mit maximaler Leistung arbeiten. Stattdessen kann das Fahrzeug die Leistung abhängig von den jeweiligen Bedingungen regulieren.

Denkbar wären beispielsweise unterschiedliche Anforderungen beim Beschleunigen, Bremsen oder während einer schnellen Kurvenfahrt.

Damit könnte das System gezielt dann zusätzlichen Abtrieb erzeugen, wenn dieser benötigt wird.

Das unterscheidet die Technologie von einer rein passiven aerodynamischen Lösung.

Energie kommt aus der Hochvoltbatterie

Die elektrischen Ventilatoren werden laut Patent über das Hochvoltsystem des Fahrzeugs betrieben.

Bei einem Elektrofahrzeug liegt dieser Ansatz nahe: Statt eines separaten mechanischen Antriebs kann die vorhandene Hochvoltbatterie die benötigte elektrische Energie zur Verfügung stellen.

Der zusätzliche Abtrieb ist allerdings nicht kostenlos.

Die Ventilatoren benötigen Energie. Je höher deren Leistung und je länger sie betrieben werden, desto größer ist grundsätzlich auch der Energiebedarf.

Für einen Supersportwagen wäre deshalb eine intelligente Steuerung entscheidend. Im normalen Straßenbetrieb könnte das System beispielsweise mit reduzierter Leistung oder überhaupt nicht arbeiten und erst bei entsprechend hoher Leistungsanforderung aktiviert werden.

Bereits 2025 tauchte ein ähnliches Tesla-Patent auf

Das neue Patent ist nicht der erste Hinweis darauf, dass Tesla an einem Fan-Car-Konzept arbeitet.

Bereits im August 2025 wurde ein Patent veröffentlicht, das ebenfalls ein aktives System mit mehreren Ventilatoren beschrieb.

Dabei spielte zusätzlich eine ausfahrbare beziehungsweise bewegliche Schürze am Unterboden eine wichtige Rolle.

Eine solche Schürze kann dabei helfen, den Bereich unter dem Fahrzeug stärker gegenüber der Umgebung abzudichten.

Das ist für ein Fan-Car-Konzept besonders interessant: Je besser der Unterbodenbereich abgedichtet werden kann, desto effektiver lässt sich dort ein niedrigerer Luftdruck erzeugen.

Vier Öffnungen am Heck sorgen für Spekulationen

Zusätzliche Aufmerksamkeit bekommt das Patent durch bisherige Hinweise auf das Design des neuen Tesla Roadster.

Auf einem Teaser beziehungsweise einer Darstellung des Fahrzeugs sind am Heck vier auffällige Öffnungen zu erkennen, die optisch an Auspuffendrohre eines Verbrennungsmotors erinnern.

Bei einem rein elektrischen Roadster wären klassische Auspuffrohre natürlich nicht notwendig.

Die Ähnlichkeit zwischen diesen Öffnungen und möglichen Luftauslässen eines aktiven Lüftersystems hat deshalb Spekulationen ausgelöst.

Die Öffnungen könnten theoretisch dazu dienen, die unter dem Fahrzeug angesaugte und von den Ventilatoren beschleunigte Luft nach hinten ausströmen zu lassen.

Bestätigt ist dieser Zusammenhang bislang allerdings nicht.

Ein Patent und eine Designabbildung reichen nicht aus, um daraus sicher auf die endgültige technische Umsetzung des Roadsters zu schließen.

Könnte Tesla das System mit SpaceX-Technik kombinieren?

Noch spektakulärer wird die Diskussion durch eine weitere Technik, die Tesla bereits seit Jahren mit dem Roadster in Verbindung bringt: das sogenannte SpaceX Package.

Elon Musk hatte für eine besonders leistungsorientierte Variante des Roadsters ein System mit Kaltgas-Düsen beziehungsweise Thrusters in Aussicht gestellt.

Theoretisch wären ein aktives Fan-System und zusätzliche Kaltgas-Düsen zwei unterschiedliche Technologien, die verschiedene Aufgaben übernehmen könnten.

Das Lüftersystem könnte kontinuierlich oder situationsabhängig zusätzlichen Abtrieb erzeugen.

Kaltgas-Thruster könnten dagegen kurzzeitig zusätzliche Kräfte auf das Fahrzeug ausüben.

Eine Kombination beider Technologien könnte theoretisch genutzt werden, um Beschleunigung, Verzögerung oder Fahrzeugdynamik weiter zu beeinflussen.

Ob Tesla beide Systeme tatsächlich miteinander kombinieren wird, ist derzeit jedoch reine Spekulation.

Fan Cars sind keine völlig neue Idee

Das grundlegende Konzept eines Fahrzeugs, das mit Ventilatoren zusätzlichen Abtrieb erzeugt, ist nicht neu.

Eines der bekanntesten historischen Beispiele ist der Brabham BT46B aus der Formel 1. Auch moderne Fahrzeuge haben das Prinzip wieder aufgegriffen.

Besonders bekannt ist der Gordon Murray Automotive T.50, dessen Lüfter die Unterboden-Aerodynamik aktiv unterstützt.

Der McMurtry Spéirling geht noch weiter und nutzt ein aktives Fan-System, um enormen Abtrieb weitgehend unabhängig von der Geschwindigkeit aufzubauen.

Für einen elektrischen Supersportwagen ist das Prinzip besonders interessant, weil leistungsfähige Elektromotoren und

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