Die US-Regierung hat ein umfangreiches Maßnahmenpaket vorgestellt, das die Entwicklung und Einführung autonomer Fahrzeuge deutlich beschleunigen soll. Verkehrsminister Sean Duffy hat die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) angewiesen, mehrere Änderungen an den bestehenden Regelwerken umzusetzen.
Ziel der Initiative ist es, regulatorische Hürden abzubauen, bundesweit einheitliche Sicherheitsstandards zu schaffen und den kommerziellen Einsatz autonomer Fahrzeuge zu erleichtern.
Die Ankündigung dürfte insbesondere Unternehmen wie Tesla, Zoox, Waymo, Motional, Aurora und weitere Entwickler autonomer Fahrsysteme betreffen.
Erstmals nationale Sicherheitsstandards für autonome Fahrzeuge
Ein zentraler Bestandteil der Initiative ist die Entwicklung der ersten einheitlichen Leistungsstandards für autonome Fahrzeuge in den USA.
Hierfür arbeitet die NHTSA künftig mit der SAE Industry Technologies Consortia (ITC) zusammen.
Geplant ist:
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ein auf drei Jahre angelegtes Projekt,
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ein Budget von 5 Millionen US-Dollar,
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die Sammlung umfangreicher Sicherheits- und Leistungsdaten,
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sowie die Entwicklung eines nationalen Sicherheitsstandards.
Bislang unterscheiden sich zahlreiche Regelungen zwischen den einzelnen Bundesstaaten. Die Bundesregierung möchte diese unterschiedlichen Vorschriften langfristig durch einen einheitlichen Rahmen ersetzen.
Zoox erhält Sondergenehmigung für Robotaxi-Einsatz
Eine der bedeutendsten Entscheidungen betrifft Zoox, das Robotaxi-Unternehmen von Amazon.
Zoox erhält eine zeitlich befristete Ausnahmegenehmigung, um seine speziell entwickelten Robotaxis kommerziell einzusetzen.
Die Genehmigung umfasst:
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bis zu 2.500 Fahrzeuge pro Jahr,
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über einen Zeitraum von zwei Jahren,
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unter fortlaufender behördlicher Überwachung.
Damit kann Zoox seine fahrerlosen Fahrzeuge deutlich schneller im regulären Betrieb einsetzen als bislang.
Neue Regeln erleichtern Ausnahmen für bereits produzierte Fahrzeuge
Die NHTSA plant außerdem eine Änderung des bisherigen Ausnahmeverfahrens.
Künftig sollen auch Fahrzeuge, die bereits vor Erteilung einer Ausnahmegenehmigung produziert wurden, nachträglich für eine kommerzielle Ausnahme zugelassen werden können.
Bislang war dies deutlich schwieriger, wodurch Hersteller häufig auf neue Fahrzeugproduktionen warten mussten.
Die neue Regelung soll Entwicklungs- und Markteinführungszeiten verkürzen.
Aktualisierung der AV-Richtlinien nach acht Jahren
Erstmals seit 2017 überarbeitet die NHTSA ihre technischen Leitlinien für autonome Fahrzeuge.
Dabei sollen unter anderem folgende Bereiche neu geregelt werden:
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Verhalten gegenüber Einsatzkräften,
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Sicherheitsmanagementsysteme,
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Fernunterstützung (Remote Assistance),
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Verhalten nach Unfällen,
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sowie weitere Sicherheitsprozesse.
Parallel richtet die Behörde ein öffentliches Konsultationsverfahren ein, damit Unternehmen, Wissenschaft und Bevölkerung Rückmeldungen zu den neuen Leitlinien geben können.
Vereinfachtes Ausnahmeverfahren nach Part 555
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Modernisierung des sogenannten Part-555-Ausnahmeverfahrens.
Dieses erlaubt Herstellern bereits heute, eine begrenzte Anzahl von Fahrzeugen zu verkaufen, die noch nicht sämtliche US-Fahrzeugvorschriften erfüllen, sofern sie dem Test neuer Technologien dienen.
Die NHTSA möchte das Verfahren künftig:
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flexibler gestalten,
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Bearbeitungszeiten verkürzen,
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den Antragsprozess vereinfachen,
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und bestehende Vorschriften modernisieren.
Dadurch sollen Innovationen schneller in den Praxiseinsatz gelangen.
Welche Bedeutung hat das für Tesla?
Auch wenn sich die Ankündigungen nicht speziell an Tesla richten, könnten sie für das Unternehmen erhebliche Auswirkungen haben.
Tesla arbeitet seit Jahren an der Einführung seiner Robotaxi-Plattform sowie an vollständig autonom fahrenden Fahrzeugen. Einheitliche nationale Sicherheitsstandards und vereinfachte Ausnahmeverfahren könnten zukünftige Genehmigungen vereinfachen und den Einsatz neuer Fahrzeugkonzepte beschleunigen.
Gleichzeitig profitieren auch andere Anbieter autonomer Mobilitätslösungen von den geplanten Änderungen.
Mehr Wettbewerb im Robotaxi-Markt
Mit den neuen Maßnahmen signalisiert die US-Regierung, dass autonome Mobilität künftig stärker gefördert werden soll.
Davon könnten unter anderem profitieren:
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Tesla,
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Zoox,
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Waymo,
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Aurora,
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Motional,
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May Mobility,
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Nuro,
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sowie weitere Entwickler autonomer Fahrtechnologien.
Ein einheitlicher regulatorischer Rahmen könnte den Wettbewerb beschleunigen und die Skalierung kommerzieller Robotaxi-Dienste erleichtern.
Fazit
Die US-Regierung hat eines der umfassendsten Reformpakete für autonomes Fahren der vergangenen Jahre vorgestellt. Kernpunkte sind bundesweite Sicherheitsstandards, vereinfachte Ausnahmegenehmigungen, aktualisierte Sicherheitsrichtlinien und die beschleunigte Zulassung autonomer Fahrzeuge.
Besonders die Sondergenehmigung für Zoox zeigt, dass die Behörden künftig stärker auf kontrollierte Praxiseinsätze setzen. Gleichzeitig könnten die neuen Regeln auch Unternehmen wie Tesla den Weg für zukünftige Robotaxi- und autonome Fahrzeugprogramme erleichtern. Ob und wie schnell die Maßnahmen tatsächlich zu einer breiten Einführung autonomer Fahrzeuge führen, wird sich jedoch erst in den kommenden Jahren zeigen.

