Tesla FSD vor nächster Europa-Freigabe: Slowakei arbeitet an nationaler Zulassung

Tesla FSD vor nächster Europa-Freigabe: Slowakei arbeitet an nationaler Zulassung

Tesla könnte schon bald ein weiteres europäisches Land für FSD (Supervised) gewinnen. Die Slowakei arbeitet nach Angaben von Verkehrsminister Jozef Ráž an einer nationalen Anerkennung des Fahrerassistenzsystems.

Tesla könnte schon bald ein weiteres europäisches Land für FSD (Supervised) gewinnen. Die Slowakei arbeitet nach Angaben von Verkehrsminister Jozef Ráž an einer nationalen Anerkennung des Fahrerassistenzsystems. Das slowakische Verkehrsministerium hat bereits direkt mit Tesla gesprochen und will nun in den kommenden Tagen ein entsprechendes Anerkennungsschreiben an die Niederlande schicken.

Damit könnte die Slowakei dem Weg folgen, den in den vergangenen Monaten bereits mehrere andere EU-Mitgliedstaaten eingeschlagen haben. Grundlage ist die im April von der niederländischen Genehmigungsbehörde RDW erteilte vorläufige Genehmigung nach Artikel 39 der EU-Verordnung 2018/858.

Sollte das Verfahren abgeschlossen werden, wäre die Slowakei bereits das neunte EU-Land, in dem Tesla FSD (Supervised) auf dieser Grundlage genutzt werden könnte.

Slowakischer Verkehrsminister bestätigt laufendes Verfahren

Der slowakische Verkehrsminister Jozef Ráž erklärte, dass sein Ministerium an der Freigabe des Systems arbeitet. Nach einem direkten Austausch mit Tesla befinde sich das Verfahren inzwischen offenbar in einer fortgeschrittenen Phase.

Als nächster Schritt soll ein sogenanntes Anerkennungsschreiben an die Niederlande geschickt werden.

Dieser Schritt ist entscheidend, weil die Slowakei damit nicht selbst ein komplett neues Genehmigungsverfahren durchführen müsste. Stattdessen kann das Land die bereits von der niederländischen RDW ausgestellte vorläufige Genehmigung anerkennen.

Genau dieses Verfahren haben bereits andere EU-Staaten genutzt.

Die Niederlande hatten Tesla FSD (Supervised) am 10. April 2026 eine vorläufige Genehmigung nach Artikel 39 der europäischen Typgenehmigungsverordnung erteilt.

Diese Entscheidung gilt allerdings nicht automatisch in der gesamten Europäischen Union. Andere Mitgliedstaaten können die niederländische Genehmigung zunächst individuell anerkennen.

Bereits acht EU-Länder haben FSD freigegeben

Die Slowakei würde sich damit einer schnell wachsenden Gruppe europäischer Länder anschließen.

Aktuell ist FSD (Supervised) nach Angaben von Tesla in folgenden EU-Staaten verfügbar:

Land Status
Niederlande freigegeben
Litauen freigegeben
Estland freigegeben
Dänemark freigegeben
Belgien freigegeben
Slowenien freigegeben
Tschechien freigegeben
Kroatien freigegeben
Slowakei Anerkennung in Vorbereitung

Tesla selbst führt diese acht Länder inzwischen auf seiner europäischen FSD-Supportseite als Märkte auf, in denen FSD (Supervised) genutzt werden kann.

Die Slowakei gehört bislang noch nicht dazu.

Das könnte sich nach Abschluss des aktuellen Verfahrens ändern.

Tschechien hat diesen Schritt erst im September vollzogen

Wie ein solches Verfahren abläuft, zeigt das Beispiel des Nachbarlandes Tschechien.

Das tschechische Verkehrsministerium erkannte die niederländische Genehmigung am 21. September offiziell an. Grundlage waren nach Angaben der Behörde mehrere Monate technischer Prüfungen, europäische Beratungen sowie die bisherigen Erfahrungen mit FSD in anderen europäischen Ländern.

Dadurch darf FSD (Supervised) inzwischen auch in Tschechien unter den Bedingungen der niederländischen Genehmigung verwendet werden.

Nur wenige Tage später folgte Kroatien.

Sollte nun die Slowakei hinzukommen, würde sich insbesondere in Mitteleuropa ein immer größerer zusammenhängender Bereich bilden, in dem Tesla FSD (Supervised) anbieten kann.

Deutschland unterstützt inzwischen ebenfalls eine schnelle Freigabe

Parallel dazu hat sich die Situation in Deutschland deutlich verändert.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger erklärte Anfang Oktober, dass Deutschland eine möglichst schnelle europäische Genehmigung des Tesla-Systems unterstützt.

Zuvor hatten Tesla und das Bundesverkehrsministerium mehrere technische und rechtliche Fragen diskutiert.

Unter anderem hat Tesla angeboten, FSD in Europa künftig als „Tesla Assisted Driving“ zu bezeichnen. Dadurch soll deutlicher werden, dass es sich nicht um vollständig autonomes Fahren handelt.

Auch beim Verhalten gegenüber Geschwindigkeitsbegrenzungen kam es zu einer Annäherung. Deutschland will einen situationsabhängigen Geschwindigkeits-Offset von maximal zehn Prozent im europäischen Verfahren konstruktiv unterstützen.

Gleichzeitig stellte das Bundesverkehrsministerium klar, dass der Fahrer weiterhin vollständig für die sichere Führung des Fahrzeugs verantwortlich bleibt.

Deutschland hat die niederländische Genehmigung bislang allerdings noch nicht national anerkannt.

FSD bleibt ein Fahrerassistenzsystem

Auch eine Freigabe in der Slowakei würde nicht bedeuten, dass Tesla dort vollständig autonom fahren darf.

FSD (Supervised) kann zahlreiche Fahraufgaben übernehmen. Das Fahrzeug kann unter anderem selbstständig beschleunigen und bremsen, Fahrspuren wechseln, Kreuzungen passieren, abbiegen und auf andere Verkehrsteilnehmer reagieren.

Der Fahrer muss das System jedoch permanent überwachen.

Tesla weist selbst ausdrücklich darauf hin, dass die Aktivierung von FSD (Supervised) ein Fahrzeug nicht in ein vollständig autonomes Auto verwandelt.

Der Fahrer muss jederzeit aufmerksam bleiben und bei Bedarf unmittelbar eingreifen können.

Damit unterscheidet sich FSD (Supervised) regulatorisch deutlich von Teslas Robotaxi- beziehungsweise Cybercab-Plänen, bei denen langfristig kein Fahrer mehr notwendig sein soll.

Nationale Freigaben sind nicht dasselbe wie die EU-Zulassung

Die zunehmende Zahl nationaler Anerkennungen ist für Tesla wichtig, löst aber das eigentliche europäische Genehmigungsverfahren noch nicht ab.

Die Niederlande haben ihre vorläufige Genehmigung nach Artikel 39 inzwischen an die europäischen Institutionen weitergeleitet.

Für eine dauerhafte EU-weite Lösung muss das Verfahren auf europäischer Ebene abgeschlossen werden.

Beim Treffen des Technical Committee – Motor Vehicles am 6. Oktober wurde darüber erneut diskutiert. Eine Abstimmung über eine EU-weite Anerkennung war jedoch noch nicht vorgesehen.

Damit bleibt eine europaweite Entscheidung weiterhin offen.

Gerade deshalb sind die einzelnen nationalen Anerkennungen für Tesla derzeit so wichtig: Sie ermöglichen es dem Unternehmen, FSD schrittweise in weiteren europäischen Ländern einzuführen, während das übergeordnete EU-Verfahren weiterläuft.

Neun Länder wären ein weiterer wichtiger Zwischenschritt

Mit einer slowakischen Anerkennung würde Tesla die Zahl der EU-Länder mit FSD (Supervised) von acht auf neun erhöhen.

Das wäre allerdings noch keine ausreichende Mehrheit für eine EU-weite Entscheidung.

Für Entscheidungen mit qualifizierter Mehrheit auf EU-Ebene spielen sowohl die Zahl der unterstützenden Mitgliedstaaten als auch deren Bevölkerungsanteil eine Rolle. Gerade deshalb ist die inzwischen deutlich positivere Haltung Deutschlands für Tesla wesentlich bedeutender als die reine Zahl zusätzlicher kleinerer Mitgliedstaaten.

Die Slowakei würde dennoch zeigen, dass die niederländische Artikel-39-Genehmigung weiterhin von zusätzlichen Ländern anerkannt wird.

Besonders interessant ist dabei die regionale Entwicklung.

Mit Tschechien, Slowenien und Kroatien befinden sich bereits mehrere mittel- und südosteuropäische Staaten unter den Ländern, die FSD anerkannt haben. Die Slowakei würde diese Gruppe weiter vergrößern.

Europa bleibt für Tesla der entscheidende nächste Schritt

Tesla arbeitet seit Jahren daran, FSD (Supervised) in Europa einzuführen. Die europäischen regulatorischen Anforderungen unterscheiden sich jedoch deutlich von denen in den USA.

Die Niederlande übernahmen schließlich eine Schlüsselrolle und erteilten im April die erste vorläufige Genehmigung.

Seitdem hat sich die Situation deutlich beschleunigt.

Acht EU-Länder haben das System inzwischen anerkannt. Die Slowakei bereitet offenbar den nächsten Schritt vor und Deutschland unterstützt mittlerweile öffentlich eine möglichst schnelle europäische Lösung.

Gleichzeitig bestehen weiterhin Vorbehalte. Sicherheitsexperten haben unter anderem die Aussagekraft von Tesla vorgelegter Sicherheitsdaten kritisiert. Auch einzelne Mitgliedstaaten haben noch technische oder regulatorische Bedenken.

Eine EU-weite Freigabe kann deshalb aus den bisherigen nationalen Entscheidungen noch nicht abgeleitet werden.

Fazit

Die europäische Expansion von Tesla FSD (Supervised) könnte schon bald das nächste Land erreichen.

Der slowakische Verkehrsminister Jozef Ráž bestätigt, dass sein Ministerium an einer Anerkennung des Systems arbeitet. Nach Gesprächen mit Tesla soll in den kommenden Tagen ein Anerkennungsschreiben an die Niederlande geschickt werden.

Damit würde die Slowakei den gleichen regulatorischen Weg einschlagen wie bereits mehrere andere EU-Mitgliedstaaten.

Aktuell ist FSD (Supervised) in acht EU-Ländern verfügbar: den Niederlanden, Litauen, Estland, Dänemark, Belgien, Slowenien, Tschechien und Kroatien.

Die Slowakei könnte Nummer neun werden.

Parallel hat sich auch Deutschland zuletzt klar für eine möglichst schnelle Fortführung des europäischen Genehmigungsverfahrens ausgesprochen. Eine EU-weite Freigabe ist damit zwar weiterhin nicht beschlossen, die Zahl der Mitgliedstaaten, die Tesla FSD national anerkennen oder eine Anerkennung prüfen, wächst jedoch weiter.

Für Tesla bleibt deshalb die entscheidende Frage, ob aus den einzelnen nationalen Freigaben in den kommenden Monaten eine gemeinsame europäische Lösung entstehen kann.

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