Wie prüfst du einen gebrauchten Tesla auf Rost, Steinschläge und Unterbodenschäden – und woran erkennst du, ob der Zustand wirklich gut ist? Die wichtigsten Hinweise findest du an Schweller, Radkästen, Kanten, Stoßfängern, Unterbodenverkleidung und der Batterie-Schutzplatte.
Viele dieser Schäden sind leicht zu übersehen, können aber später richtig teuer werden. In diesem Leitfaden erfährst du Schritt für Schritt, wie Profis einen Tesla äußerlich und am Unterboden prüfen – damit du schon vor dem Kauf erkennst, ob das Fahrzeug wirklich in Topform ist.
1. Rostcheck beim Tesla – hier sitzt der kritische Bereich
Auch wenn Tesla-Karosserien vergleichsweise gut gegen Rost geschützt sind, gibt es typische Stellen, die verstärkt betroffen sein können.
Diese Bereiche solltest du besonders genau prüfen:
1.1 Türunterkanten & Falze
Hier sammelt sich Feuchtigkeit – besonders nach mehreren Wintern.
Achte auf:
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Bläschenbildung
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matte Stellen
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beginnende Rostpunkte
1.2 Radläufe & Innenkanten
Kleiner Steinschlag → Lackplatzer → Rostbildung.
Besonders empfindlich: Hintere Radläufe beim Model 3 und Model Y.
1.3 Heckklappe & Frunk-Kanten
Die Übergänge sind anfällig, wenn Wasser länger steht oder Dichtungen beschädigt sind.
1.4 Wagenheberpunkte
Unsachgemäßes Anheben verursacht Lackbruch – ein idealer Startpunkt für Rost.
2. Steinschläge – kleine Schäden mit großen Folgen
Tesla-Fahrzeuge haben relativ harte, aber dünne Lackschichten.
Steinschläge kommen besonders häufig vor bei:
2.1 Frontstoßfänger & Haube
Prüfe auf:
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kleine, runde Einschläge
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Lackabplatzungen
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matte Stellen im Lichtkegel
Eine Taschenlampe im Schräglicht zeigt oft viel mehr als bei normaler Betrachtung.
2.2 A-Säulen & Dachkanten
Hier kann ein Steinschlag zu Rost am Übergang von Blech zu Glas führen – besonders gefährlich.
2.3 Seitenschweller
Aufgewirbelte Steine treffen diesen Bereich häufig.
Unbehandelt kann hier eine ganze Kante abblättern.
3. Unterboden – das wahre Herzstück der Tesla-Prüfung
Der Unterboden verrät mehr über den Zustand eines Gebraucht-Teslas als jede Probefahrt.
3.1 Verkleidungen & Befestigungspunkte
Achte darauf, ob:
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Clips fehlen
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Schrauben ausgetauscht wurden
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Verkleidungen locker hängen
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einzelne Paneele neu aussehen
Das deutet oft auf Vorgängerschäden oder unsaubere Reparaturen hin.
3.2 Batterie-Schutzplatte (Skid Plate)
Das wichtigste Bauteil beim Unterbodencheck.
Warnsignale:
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tiefe Kratzer
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Dellen
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Schleifspuren
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Eindrückungen im Bereich der Akkumodule
Schon kleine Beschädigungen können langfristig Probleme verursachen – oder auf Bordsteinkontakte hinweisen.
3.3 Träger, Querstreben & Schwellersysteme
Prüfe auf:
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Korrosion
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verbogene Strukturen
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unsymmetrische Lackierung
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Abschürfungen
Je stärker die Spuren, desto wahrscheinlicher ein nicht dokumentierter Schaden.
4. Prüfung der typischen Tesla-Problemstellen – Modell abhängig
Model 3:
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Schweller extrem steinschlaganfällig
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Radlauf hinten innen häufig beschädigt
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Unterboden vorne gern abgeschliffen
Model Y:
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Ähnlich wie Model 3, aber bessere Lackqualität
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robuste Schweller, aber häufig Dellen vom falschen Anheben
Model S & X:
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größere Unterbodenfläche → mehr Angriffsfläche
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frühere Modelle mit teilweise dünnerem Lack
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große Türen → mehr Kanten & Falze
5. So prüfst du einen Tesla wie ein Profi – Schritt-für-Schritt
Schritt 1: Fahrzeug rundum im Schräglicht ansehen
Taschenlampe nutzen, Lack und Kanten prüfen.
Schritt 2: Radkästen mit der Hand abtasten
Unregelmäßigkeiten fühlen, nicht nur sehen.
Schritt 3: Unterboden von vorne und hinten prüfen
Auch ohne Hebebühne geht viel: Mit Handy oder kleiner Kamera unter das Fahrzeug schauen.
Schritt 4: Wagenheberpunkte kontrollieren
Sind sie eingedrückt, verbogen oder rostig?
Schritt 5: Batterieplatte visuell prüfen
Eine kleine Delle kann ein großes Warnsignal sein.
Schritt 6: Spaltmaße und Übergänge vergleichen
Asymmetrische Bereiche deuten oft auf vergangene Reparaturen hin.
Schritt 7: Prüfen, ob Verkleidungen neu aussehen
Neu = oft Nacharbeit nach Schaden → gut hinschauen!
6. Wann du vom Kauf besser Abstand nimmst
Du solltest vorsichtig sein, wenn du eines dieser Warnsignale findest:
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tiefe Dellen in der Batterieplatte
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starker Rost an tragenden Teilen
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fehlerhafte oder fehlende Unterbodenclips
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neu lackierte, aber schlecht ausgeführte Schweller
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sichtbare Risse oder Brüche an Querträgern
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asymmetrische Reparaturzonen
Ein optisch gutes Fahrzeug kann untenrum erhebliche Mängel haben.
Fazit
Wenn du weißt, wo du hinschauen musst, kannst du die meisten versteckten Risiken eines gebrauchten Teslas schon in wenigen Minuten erkennen.
Entscheidend sind:
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gründlicher Rostcheck
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Prüfung aller steinschlaggefährdeten Bereiche
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detaillierter Blick unter das Fahrzeug
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spezieller Fokus auf Schweller & Batterieplatte
So findest du heraus, ob ein Tesla wirklich gepflegt wurde – oder ob dich teure Überraschungen erwarten.


