SpaceX hat zwei bedeutende Fortschritte für seinen Satelliten-Mobilfunkdienst Starlink Mobile bekannt gegeben. Das Unternehmen hat eine Vereinbarung zum Erwerb landesweiter Mobilfunkfrequenzen im 800-MHz-Bereich geschlossen. Gleichzeitig hat die amerikanische Kommunikationsbehörde FCC den Aufbau einer neuen Satellitenkonstellation mit bis zu 15.000 Satelliten genehmigt.
Damit kommt SpaceX seinem Ziel näher, in den USA zu einem eigenständigen Mobilfunkanbieter zu werden. Künftig sollen herkömmliche Smartphones nicht nur über Mobilfunkmasten, sondern auch direkt über Satelliten mit dem Internet verbunden werden können. SpaceX plant dafür ein gemeinsames Netz aus Satelliten und terrestrischer Infrastruktur.
Besonders interessant ist die Kombination beider Entwicklungen: Während die neue Satellitengeneration erheblich höhere Kapazitäten ermöglichen soll, könnten die zusätzlichen Mobilfunkfrequenzen eine der größten Schwächen bisheriger Satellitenverbindungen reduzieren – die eingeschränkte Erreichbarkeit innerhalb von Gebäuden.
SpaceX sichert sich 800-MHz-Frequenzen für besseren Empfang
SpaceX hat eine Vereinbarung über den Erwerb eines landesweiten Frequenzportfolios im 800-MHz-Bereich geschlossen.
Diese Frequenzen sind für den Mobilfunk besonders interessant, weil niedrigere Frequenzen größere Entfernungen überbrücken und Hindernisse besser durchdringen können als höhere Frequenzbereiche.
Das könnte insbesondere den Empfang innerhalb von Gebäuden verbessern. Niedrigere Frequenzen können Wände und andere Hindernisse besser durchdringen, wodurch sich die Versorgung von Smartphones in Innenräumen verbessern lässt.
Allerdings bedeutet das nicht, dass Satelliten künftig problemlos jedes Gebäude direkt versorgen können. Die tatsächliche Empfangsqualität hängt weiterhin von der Gebäudestruktur, der Signalstärke und der verfügbaren Infrastruktur ab.
SpaceX möchte deshalb Satellitenverbindungen mit terrestrischer Mobilfunkinfrastruktur kombinieren.
Der Frequenzkauf muss noch die notwendigen regulatorischen Genehmigungen erhalten.
FCC genehmigt 15.000 neue Starlink-Mobile-Satelliten
Parallel zum Frequenzgeschäft hat SpaceX einen weiteren wichtigen Schritt erreicht.
Die FCC hat den Aufbau einer neuen Starlink-Mobile-Konstellation mit bis zu 15.000 Satelliten genehmigt.
Die Satelliten sind speziell dafür ausgelegt, Mobilfunkverbindungen direkt zu gewöhnlichen Smartphones herzustellen. Damit unterscheidet sich Starlink Mobile vom klassischen Starlink-Internetdienst, bei dem Nutzer eine separate Satellitenantenne benötigen.
Die neue Satellitengeneration soll handelsübliche Smartphones ohne zusätzliche Satellitenhardware erreichen können.
SpaceX zufolge soll die nächste Generation mehr als die hundertfache Bandbreite beziehungsweise Netzkapazität der derzeitigen Direct-to-Cell-Satelliten ermöglichen.
Die deutlich höhere Kapazität könnte Starlink Mobile langfristig von einem Dienst für grundlegende Kommunikation zu einem umfassenderen mobilen Internetangebot weiterentwickeln.
Wichtig ist allerdings: Die Genehmigung bedeutet nicht, dass bereits 15.000 neue Satelliten im Orbit sind oder sämtliche geplanten Dienste sofort zur Verfügung stehen.
Starlink Mobile könnte Satelliten und Mobilfunkmasten kombinieren
Die langfristige Strategie von SpaceX geht deutlich über eine reine Satelliten-Notfallversorgung hinaus.
Das Unternehmen möchte ein Mobilfunknetz schaffen, das sich aus zwei unterschiedlichen Infrastrukturen zusammensetzt.
In Städten und dicht besiedelten Regionen könnten terrestrische Mobilfunkanlagen hohe Kapazitäten und zuverlässige Verbindungen bereitstellen. In ländlichen Gebieten oder Regionen ohne Mobilfunkmasten könnten dagegen Satelliten die Versorgung übernehmen.
Für Nutzer wäre im Idealfall kein manueller Wechsel notwendig. Ein Smartphone könnte sich automatisch mit der jeweils verfügbaren Infrastruktur verbinden.
Genau darin liegt das große Potenzial des geplanten Systems: Statt Satellitenkommunikation lediglich als Ergänzung für abgelegene Regionen anzubieten, möchte SpaceX beide Technologien zu einem möglichst nahtlosen Mobilfunknetz verbinden.
Warum die neue Satellitengeneration entscheidend ist
Eine der größten Herausforderungen bei der direkten Verbindung zwischen Satelliten und Smartphones ist die begrenzte verfügbare Kapazität.
Ein gewöhnliches Smartphone besitzt eine vergleichsweise kleine Antenne und eine begrenzte Sendeleistung. Während eine klassische Starlink-Antenne speziell für den Satellitenempfang entwickelt wurde, müssen die neuen Satelliten mit der bereits vorhandenen Mobilfunktechnik handelsüblicher Smartphones kommunizieren.
Dafür benötigt SpaceX leistungsfähigere Satelliten und erheblich mehr Netzkapazität.
Die nächste Starlink-Mobile-Generation soll deshalb mehr als die hundertfache Bandbreite der bisherigen Generation ermöglichen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes einzelne Smartphone automatisch eine hundertfach höhere Downloadgeschwindigkeit erhält. Die tatsächlich erreichbaren Datenraten hängen unter anderem von der Zahl gleichzeitig verbundener Nutzer, der verfügbaren Funkkapazität, den eingesetzten Frequenzen und den Empfangsbedingungen ab.
Trotzdem könnte die neue Generation den Übergang von einer grundlegenden Satellitenverbindung zu einem deutlich leistungsfähigeren mobilen Internetdienst ermöglichen.
SpaceX könnte zum vollwertigen Mobilfunkanbieter werden
Besonders interessant ist die langfristige Bedeutung für den amerikanischen Mobilfunkmarkt.
Bislang arbeitet Starlink bei der direkten Smartphone-Anbindung mit bestehenden Mobilfunkanbietern zusammen.
Mit eigenen Frequenzen und einer Kombination aus Satelliten und terrestrischer Infrastruktur könnte SpaceX künftig jedoch wesentlich unabhängiger agieren.
Langfristig wäre damit sogar ein eigenes Mobilfunkangebot denkbar, das klassische Mobilfunkmasten und Satelliten innerhalb eines gemeinsamen Netzes nutzt.
Insbesondere in dünn besiedelten Regionen könnte dieser Ansatz Vorteile bieten, weil dort der wirtschaftliche Betrieb zusätzlicher Mobilfunkmasten häufig schwierig ist.
Auch bei Naturkatastrophen könnte Satellitenkommunikation eine wichtige Rolle spielen, wenn herkömmliche Mobilfunkanlagen beschädigt oder vorübergehend außer Betrieb sind.
Was bedeutet Starlink Mobile für Deutschland und Europa?
Auch für europäische Smartphone-Nutzer ist die Entwicklung interessant.
Die geplanten Starlink-Mobile-Satelliten sollen grundsätzlich eine weitreichende internationale Versorgung ermöglichen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass SpaceX seine amerikanischen Mobilfunkfrequenzen automatisch auch in Europa verwenden darf. Die Nutzung entsprechender Frequenzbereiche unterliegt nationalen und europäischen Genehmigungsverfahren.
Für einen kommerziellen Betrieb in Deutschland müsste SpaceX deshalb die regulatorischen Voraussetzungen erfüllen oder mit entsprechend lizenzierten Mobilfunkanbietern zusammenarbeiten.
Langfristig könnte die Technologie vor allem dort interessant werden, wo klassische Mobilfunknetze nur eingeschränkt verfügbar sind. Dazu gehören abgelegene ländliche Regionen, Gebirge und andere Gebiete mit schwacher Netzabdeckung.
Wann die nächste Generation von Starlink Mobile in Deutschland verfügbar sein wird, ist derzeit noch offen.
Fazit
SpaceX erreicht mit Starlink Mobile zwei wichtige Meilensteine.
Der geplante Erwerb landesweiter 800-MHz-Frequenzen soll insbesondere die Netzabdeckung verbessern und könnte die Versorgung innerhalb von Gebäuden erleichtern.
Gleichzeitig hat die FCC den Aufbau einer neuen Satellitenkonstellation mit bis zu 15.000 Starlink-Mobile-Satelliten genehmigt. Diese sollen laut SpaceX mehr als die hundertfache Kapazität der bisherigen Generation ermöglichen.
Die langfristige Vision ist ein gemeinsames Mobilfunknetz aus Satelliten und terrestrischer Infrastruktur, das handelsübliche Smartphones möglichst unabhängig vom Aufenthaltsort versorgen kann.
Noch sind dafür erhebliche Investitionen, weitere regulatorische Schritte und der tatsächliche Aufbau der Infrastruktur notwendig.
Die jüngsten Entwicklungen zeigen jedoch, dass SpaceX Starlink Mobile zunehmend über die bisherige Rolle als Ergänzung klassischer Mobilfunknetze hinausentwickeln möchte.
Die Kombination aus eigenen Frequenzen, einer leistungsfähigeren Satellitenkonstellation und terrestrischer Infrastruktur könnte SpaceX langfristig zu einem direkten Konkurrenten klassischer Mobilfunkanbieter machen.

